Identitäre: Ein Abo auf historische Unkorrektheit

flamberg1Sie wollen die Intellektuellen der sogenannten Neuen Rechten sein, die genau genommen so neu nicht sind. Jung, hip, klug, als solches inszenieren sich die Identitären und nennen ihren kleinen Haufen gleich eine ganze Bewegung. Wichtig ist ihnen Tradition und so, weshalb sie gern geschichtliche Bezüge herstellen. Dabei zeigen sie mitunter eklatante Lücken in ihrer historischen Bildung.  weiterlesen

1. Mai: Mit Bockwurst fürs Recht aufs Schuften?

arbeit_textAnlass 1. Mai: Der DGB schwärmt einmal mehr von „Guter Arbeit“ und lässt Erwerbslose erneut im Stich. Der Bürgermeister der deutschen Vize-Armutshauptstadt reckt kämpferisch die Faust und Kindern wird das Auf und Ab des Berufslebens an der Hüpfburg verdeutlicht.

„Arbeit muss sich wieder lohnen”, sind sich die politischen Parteien und Gewerkschaften einig. Wann aber hat sich Lohnarbeit schon einmal angemessen ausgezahlt? Geld für eine erfüllende Tätigkeit statt entfremdeter respektive entfremdender Arbeit zu bekommen, gilt bis dato als Luxus der Wenigen. Wir sitzen einem Trugschluss auf, was den Sinn der Erwerbsarbeit betrifft, das kann man sich mit etwas Muße gerade am „Tag der Arbeit” (oder auch „Kampftag der Arbeiterbewegung”) einmal klarmachen. weiterlesen

Suppenküchenstaat: Die Existenz der Tafeln ist der Eklat

tafelnWer Migranten per se von Mildtätigkeit ausschließt und von »Nehmergenen« spricht, agiert rassistisch. An dieser Stelle muss nicht weiter verhandelt werden und man könnte die Debatte über die Essener Tafel beenden. Was erschüttert, ist das Licht der Selbstverständlichkeit, in dem die Tafeln heute erscheinen. Der Suppenküchenstaat, in dem Menschen ohne ehrenamtliche Hilfe hungern – bei gleichzeitiger Selbsterhöhung einiger Ehrenämtler –, ist zur Normalität geworden. Zum deutschen Ausweis kollektiver Fürsorge, die einmal mehr verteidigt werden muss gegen Menschen, die noch weniger haben. Oder wenigstens nicht den richtigen Pass. Daher sollen nachfolgende Zeilen nicht den klar zu kritisierenden Rassismus anvisieren, sondern den Eklat, den die Existenz der Tafeln an sich darstellt. weiterlesen

Heimatschutz mit Unkrautex: Neophyten

suedenWenn in Mozarts „Sehnsucht nach dem Frühling“ auch am Bache kleine Veilchen erblühen, sind hoffentlich weder Blaues noch Wohlriechendes Veilchen darunter. Denn die gelten einigen Wald- und Wiesenfans als abartig. Sie sind nämlich Immigranten und die deutsche Arche ist voll: So lugt florale Fremdenangst hinter vorgehaltener Hand hervor. weiterlesen

Fundstück: Living in der Texterhölle

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Kleine Unstimmigkeit, gefunden am Zwenkauer See (Foto: Tobias Prüwer)

Maßlose polizeiliche Selbstgerechtigkeit

loepki_detailNach bisherigem Kenntnisstand vergriffen sich zwei Polizeisprecher im Ton. Anstatt in einer Pressemeldung die Polizeisicht auf sexualisierte Gewalt und das Geschehen ringsum sachlich-neutral wiederzugeben, maßen sich die beiden eine politische Bewertung an. Und überschreiten damit ihren Kompetenzbereich.

Auf den sexualisierten Übergriff am 4. März im Conne Island gibt es zwei Sichtweisen. Das ist nicht überraschend. Der Club selbst schildert ihn so, die Polizei schreibt dies (nach unten scrollen). Es fallen hingegen die Überschrift „Merkwürdiges Connewitzer Inselleben“ und folgende Bemerkungen im Polizeibericht auf: weiterlesen

WdbB: Flüchtlingswelle

bild_fluechtlingswelleFließ- und Wassermetaphern sagen viel aus über jene, die sie verwenden, aber nichts über das, was als wellenbewegt beschrieben wird. Das Verdrängte schwappt über. Ob Gida-Gegendemos als losgelassene Wellen der Gewalt deklariert oder einzudämmende Flüchtlingsströme herbeigeredet werden: Solche Beschreibungen transportieren Be­unruhigendes, weil sie mit tief verwurzelten Bedrohungsbildern operieren. Ströme, Fluten, Wellen stehen für irgendetwas gesichtslos in Masse Auftretendes. Angelehnt an Naturkatastrophen wird suggeriert, es passiere Ungeheuerliches, dem man am bestem mit dem Äußersten begegnet. weiterlesen

Björn Höckes NS-Munitionierung

Er beschwört eine „tausendjährige Zukunft“, nennt Regierende „Volksverderber“ und will „Tat-Elite“ sein. Björn Höckes Vokabular ist mehr als auffällig. Zwischen gewundenen Formulierungen, heroischem Kitsch und weinerlichem Pathos steckt aber allerhand rhetorische Fundmunition. Die Blindgänger aus NS-Zeiten sind keine Zufallsprodukte, dafür kommen sie zu oft vor. Eine ganze Ladung davon hat Andreas Kemper fürs Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung analysiert und historisch verortet.

„Zur NS-Rhetorik des AfD-Politikers Björn Höcke“

Stadtfest-Mischpoke

Goethe mischte sich auch nur kurz unter die Sachsen
Goethe mischte sich auch nur kurz unter die Sachsen

Sächsische Zeitungs-Zustände: Ja, manchmal muss es schnell gehen, eine Nachricht noch fix raus und auch Journalisten wollen in den Feierabend. Aber kann das als Erklärung für folgende Aussage über Nazi-Schikanen auf dem Löbauer Stadtfest gelten? Oder war das doch eher ein Freudscher? Der Autor schreibt: „Demnach sollen am Stadtfest-Freitagabend offenbar rechtsgerichtete Personen die Gesichter von Flüchtlingen abfotografiert haben, die sich unter die Stadtfestgäste gemischt hatten.“ weiterlesen

Fundstück: Nichts von Bedeutung

semofnoth

Shirt: 15 € – Metal-Poesie: priceless. (Schnappschuss vom Party.San Open Air: Tobias Prüwer)