Perfider „Klassiker“

Einestages-Klassiker_2016_01_27
Screenshot spiegel.de vom 27. Januar 2016

Mal wieder steht infrage, was die Redaktion vom Spiegel eigentlich so tut. Passend zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz verlinkt die entsprechende Seite eine bereits ältere Dokumentation zum Thema. Soweit ist das kein Problem. Den Beitrag allerdings unter dem Rubriktitel „einestages-Klassiker“ laufen zu lassen, ist dann doch einigermaßen irritierend.

Als „Klassiker“ gelten im heutigen Sprachgebrauch Kunstwerke, also Opern oder Bücher, die einen besonderen, herausragenden Rang erreicht haben. Klassisches enthält „typische Merkmale in einer als allgemeingültig akzeptierten Reinform“,  es gilt mithin als „formvollendet und harmonisch“ (Wikipedia), oder wird als „mustergültig und bleibend“ verstanden. Auch wenn sich ästhetische Kriterien verschoben haben, behalten „Klassiker“ ihr Niveau, eben ihre Klasse.

Wie unpassend es ist, eine Dokumentation zu Auschwitz in der Rubrik „Klassiker“ zu verorten und so zu bewerben, bedarf keiner weiteren Worte. Auch der Hinweis auf die Singularität reicht ganz offensichtlich nicht.

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