WdbB: Lügenpresse

Bild_LuegenpresseSeit es so etwas wie Presse gibt, zirkuliert das Schlagwort. Genau genommen ist Lügenpresse eine Art Abwandlung älterer Schmähungen, die sich unter anderem Katholiken und Protestanten in Bezug auf Glaubensstreitigkeiten gegenseitig zuwarfen: Die dazu passenden Druckerzeugnisse hießen Lügenblatt oder Lügenschrift. weiterlesen

WdbB: Schande

Bild_SchandeEine »Schande für Deutschland« − das sind für Besorgte Flüchtlinge, die Politik Angela Merkels und die Islamisierung, Frühsexualisierung und Umerziehung ihrer Kinder. »Damit Deutschland nicht zerstört wird«, soll die AfD gewählt werden, denn alle anderen Parteien stehen für Schmach und Schande. weiterlesen

„Denkmal der Schande“: Höcke und der Trick mit dem Genitiv

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Foto: Jomont Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“

Diese Formulierung sorgte für einige Aufregung. In seiner Rede im Dresdner Ballhaus Watzke, bei der das auf Joseph Goebbels verweisende Wortspiel „Tanzpalastrede“ durchaus angemessen erscheint, hatte Björn Höcke (AfD) lang und breit die deutsche Gedächtniskultur angegriffen. Von Schuldkult war die Rede und davon, dass die Deutschen immer noch ein völlig gestörtes Verhältnis zu ihrer Vergangenheit hätten. Bekanntlich gipfelte dieses Agitationsspektakel in einem Satz, der für viel Wirbel sorgte und – vielleicht geschickt, vielleicht zufällig – mit einem doppeldeutigen Genitiv arbeitet. Gut gespielt, Björn. Und dennoch ist die Aussage eindeutig geschichtsrevisionistisch und entspricht zeitgemäßer Nazipropaganda. weiterlesen

Totalitarismus der Willkommenskultur?

Aus dem Hannah-Arendt-Institut in Dresden und der TU Chemnitz kommen ultrarechte Töne

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Graffiti von Patrik Wolters alias BeneR1 in Teamarbeit mit Kevin Lasner alias koarts, Foto: Bernd Schwabe in Hannover, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Lothar Fritzes Welt steht vor dem Zusammenbruch. Für den Politikprofessor an der TU Chemnitz und Mitarbeiter am Dresdner Hannah-Arendt-Institut steht Deutschland kurz vor seiner Vernichtung. Schuld ist die „gute böse“ Willkommenskultur, die er allen Ernstes als totalitär beschreibt. Fritze bedient beinahe alle Mythen und Absurditäten neurechter Debatten und hängt diesen das fadenscheinige Mäntelchen der Wissenschaft um – ausgerechnet im Namen Hannah Arendts. weiterlesen

WdbB: Flüchtlingswelle

bild_fluechtlingswelleFließ- und Wassermetaphern sagen viel aus über jene, die sie verwenden, aber nichts über das, was als wellenbewegt beschrieben wird. Das Verdrängte schwappt über. Ob Gida-Gegendemos als losgelassene Wellen der Gewalt deklariert oder einzudämmende Flüchtlingsströme herbeigeredet werden: Solche Beschreibungen transportieren Be­unruhigendes, weil sie mit tief verwurzelten Bedrohungsbildern operieren. Ströme, Fluten, Wellen stehen für irgendetwas gesichtslos in Masse Auftretendes. Angelehnt an Naturkatastrophen wird suggeriert, es passiere Ungeheuerliches, dem man am bestem mit dem Äußersten begegnet. weiterlesen

Besorgte Karikatur: Die Sächsische Zeitung schmust mit Pegida

sz-karikatur_iiAm Silvesterwochenende veröffentlichte die in Dresden ansässige Sächsische Zeitung – ein im besten Wortsinn streitbarer Laden – eine Karikatur. Sie zeigt Angela Merkel in üblicher Pose vor der für ganz Deutschland symbolischen Szenerie des Brandenburger Tors. Während Merkel in bewährter Form die Raute darbietet, läuft im Hintergrund Sodom und Gomorrha. Weil dem Bild der doppelte Boden fehlt, ist es nicht nur stereotyp und rassistisch. Die Sächsische Zeitung betritt damit auch den Raum des Kontrafaktischen und reicht Pegida die Hand.  weiterlesen

Zügelloser westlicher Egoismus: Caritas und Diakonie sind dabei

Die_Groesste_Katastrophe
Quelle: http://www.caritas-international.de/wasunsbewegt/veranstaltungen/sommeraktion-2016/downloadbereich

Hilfsprogramme für die sogenannte Dritte Welt haben es an sich schon schwer. Sie sind gefangen zwischen postkolonialen Almosen, westlichem Ablasshandel (wer spendet, bereinigt sein Gewissen und kann fortan – wie üblich im Kapitalismus – indirekten Raubbau betreiben) und einer sehr berechtigten und ernst gemeinten Unterstützung bei humanitären Krisen. Oft ist schwer zu erkennen, wer eigentlich was will und wer wovon profitiert. Eine neue Kampagne von Caritas und Diakonie allerdings spielt so offenkundig den westlichen Egoismus aus, dass es weh tut. Beabsichtigt ist das freilich nicht. weiterlesen

Ein „Linkslinguist“? Die AfD Sachsen und ihre mangelnde Lesekompetenz

bildschirmfoto-2016-12-14-um-19-10-31Dass ein Wörterbuch der besorgten Bürger bei diesen selbst nicht auf Zuneigung stoßen würde, überrascht nicht. Die AfD Sachsen allerdings nimmt die Veröffentlichung gleich zum Anlass, ihre unbarmherzig mangelhafte Lesekompetenz unter Beweis zu stellen. Ein „Linkslinguist“ habe das Buch zu verantworten und „Entartung“ wäre ganz falsch dargestellt, poltert Landesvize Thomas Hartung. Dumm nur, dass das Buch 12 Personen geschrieben haben und „Entartung“ darin gar nicht vorkommt. weiterlesen