„Denkmal der Schande“: Höcke und der Trick mit dem Genitiv

Berlin_Holocaust-Mahnmal
Foto: Jomont Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“

Diese Formulierung sorgte für einige Aufregung. In seiner Rede im Dresdner Ballhaus Watzke, bei der das auf Joseph Goebbels verweisende Wortspiel „Tanzpalastrede“ durchaus angemessen erscheint, hatte Björn Höcke (AfD) lang und breit die deutsche Gedächtniskultur angegriffen. Von Schuldkult war die Rede und davon, dass die Deutschen immer noch ein völlig gestörtes Verhältnis zu ihrer Vergangenheit hätten. Bekanntlich gipfelte dieses Agitationsspektakel in einem Satz, der für viel Wirbel sorgte und – vielleicht geschickt, vielleicht zufällig – mit einem doppeldeutigen Genitiv arbeitet. Gut gespielt, Björn. Und dennoch ist die Aussage eindeutig geschichtsrevisionistisch und entspricht zeitgemäßer Nazipropaganda.

Das deutsche Volk, hatte Höcke an besagter Stelle mit aufopferungsvoller Inbrunst seinen willigen Zuhörern vermitteln wollen, sei das einzige „der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“. Diese Passage ist hochgradig assoziativ, weil sie mit einer grammatischen Konstruktion arbeitet, die sich beinahe beständig einem halbwegs präzisen Sinn entzieht. Zwei Nomen, die mit dem Genitiv verbunden werden, kann vieles bedeuten. So kann „das Geschenk der Schwester“ bedeuten, dass die Schwester ein Geschenk hat, also jemanden beschenken will. Oder es meint jenen Gegenstand, den die Schwester bekommen hat.

Die Doppeldeutigkeit bei Höcke ist analog, jedenfalls solange man den Kontext außer Acht lässt. „Das Denkmal ist eine Schande für uns“ wäre die eine und „die Schande hat ein Denkmal bekommen“ die andere Lesart. Die Dudengrammatik kennt zwar noch einige weitere Deutungsvarianten für den Genitiv. Allerdings passt an dieser Stelle keine von ihnen. Auf diese grammatisch angelegte Doppeldeutigkeit zieht sich Höcke nun zurück. Das klassische Manöver also: Erst revisionistischen Nazimüll erzählen und dann behaupten, man sei missverstanden worden. Ob dieser Genitivtrick Absicht ist oder er sich im Nachgang als nützlich erweist, kann nur Höcke selbst beantworten.

Tatsächlich allerdings ist die Passage in Höckes Rede eindeutig. Um zu unterscheiden, wie der Genitiv zu deuten ist, braucht es – auch das weiß der Duden – den Kontext. Und dieser lässt keine Zweifel. Direkt im Anschluss an die prekäre Formulierung sagt Höcke: „Und anstatt unsere Schüler in den Schulen mit dieser Geschichte [gemeint sind die großen Dichter und Denker etc.] in Berührung zu bringen, wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht.“ Mit dem Denkmal an den Holocaust wird also die deutsche Geschichte zur Lachnummer. Das meint nichts anderes, als dass das Denkmal selbst die Schande ist, weil es die Vergangenheit Deutschlands in den Dreck zieht. Der Kontext zwingt den oben beschriebenen Genitiv in eine von beiden Richtungen. Das „anstatt“ am Satzanfang verbindet die beiden Passagen; es gibt keinen Themenwechsel. Die Sache ist eindeutig.

Bleibt schließlich noch zu erwähnen, dass bereits das Wort Schande eine einigermaßen bizarre Kontur hat, jedenfalls wenn es um Nationen geht. Es kommt mit einer offenkundig religiösen Färbung daher und meint etwa die Entweihung eines Altars in der Kirche. Wer also spricht wie Höcke, pulverisiert jede Form von Aufklärung und macht die Nation zum gottgleichen Wesen. Mehr dazu im entsprechenden Eintrag im Wörterbuch des besorgten Bürgers.

[rf und ng]

  1. Höcke hatte >70 Anzeigen wegen Volksverhetzung nach seiner Rede bekommen. Alle wurden abgewiesen, er wurde nicht wegen Volksverhetzung schuldig gesprochen. Damit ist das Thema geklärt: Keine Volkverhetzung.

    Grund warum Sie falsch liegen: Sie haben zwar Recht dass der Duden schreibt dass der Kontext entscheidet, ABER Sie deuten den Kontext falsch und lassen sich bei der Deutung des Kontextes zu sehr von Ihren Gefühle leiten.

    1. Das können Sie so sehen, wenn sie wollen. Wir argumentieren, und so lange Sie die Argumente nicht widerlegen können, rücken wir keinen Millimeter ab. Sie vergessen allerdings den Umstand, dass nicht jedes Übel bzw. jeder reaktionäre Blödsinn auch strafbar sein muss. Sie können sehr wohl behaupten, dass die Erde eine Scheibe ist und werden von jedem Gericht freigesprochen. Das macht Ihre Aussage aber nicht wahr, sondern nur nicht strafbar. So auch bei Höcke: Strafbar sind seine Einlassungen nicht unbedingt, revisionistisch, reaktionäre und ekelhaft sind sie dennoch.

  2. Hallo, es ist so herrlich verdächtig, wenn sich Leute explizit für ideologiefrei und fern von rechten oder linken Scheuklappen erklären – erklären müssen. So Leute können nicht einfach argumentieren, sie müssen erst darlegen, warum sie auf jeden Fall und ohne Zweifel Recht haben. Und dass es die Juristen immer besser wissen, ist ja auch so ein unumstößlichehr Tatbestand, selbst besser als die Sprachwissenschaftler. Es ist egal, wozu ich Sie befragen würde, Sie wissen es, weil Sie Jurist sind. Fällt Ihnen etwas auf? Zur Sache: Wir haben auf Daniel schon geantwortet und argumentiert, warum es eben nicht so einfach ist, wie Sie, Pedro, annehmen. Und nochmal: Der Kontext (das kennen Sie als Jurist, oder? Warum ignorieren Sie ihn dann?) klärt die Sache auf. Was Höcke an anderer Stelle sagt, ist taktisch und gehört nicht zur Analyse hier. Zum Schluss: Die giftigste Ideologie ist jene, die nicht als Ideologie erkennbar ist. Pedro, Sie stecken mitten drin. Aber nein, Sie wissen es freilich besser.

  3. Hallo
    habe mit Interesse Diskussion verfolgt. Am schönsten und mit seinen Beispielen:“ „das Geschenk der Schwester“ und als Gegenbeispiel „der Bau des Hauses“ ist in ihrer zwingenden Logik die Argumentation von Daniel in seinem Beitrag vom 28. Januar 2017 .
    Das ist ideologiefrei und legt rein logisch dar, dass aus der reinen Textexegese bei bestimmten Begriffen der Genitiv eben nicht als Genitiv subjectivus, sondern nur als objectivus verstanden werden kann.
    Höckes Satz:
    „Wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ kann hier nur als Genitivus objectivus verstanden werden .
    Die Stelen als steinernes Gedenk- u. Mahnmal halten die Erinnerung an die Schändlichkeit des von verblendeten Deutschen millionenfach an den europäischen Juden begangenen Mordens wach.
    Das lässt wie das schöne Beispiel von Daniel beim „Bau des Hauses“ linguistisch nicht umdeuten. Hier endet die Sprachgewalt im Deutschen. Wer den Holocaust leugnen will oder ihn glaubt gut heißen zu können, würde bei dieser Denkweise nicht von einem Denkmal der Schande sprechen, sondern von einem Schandmal.
    Die in Höckes Rede immer wieder auftauchende rhetorischer Anrede der lieben Patrioten ist in diesem Zusammenhang ohne jede Relevanz.
    Ich bin Jurist und bei der Juristerei lernt man schon im Studium, bene distinguere, (lerne scharf – ohne rechte oder linke – Scheuklappen zu differenzieren)
    Wie wär‘s denn mal zu schauen, wie Höcke selbst auf den ausgebrochenen shitstorm reagiert hat.
    Er verweist in einer persönlichen Erklärung vom 19. Januar LINK : afd-thl.de/2017/01/18/persoenliche-erklaerung-von-bjoern-hoecke-zu-seiner-dresdner-rede/ unter Bezugnahme auf Walsers Rede vom Denkmal der Schande und eine Drucksache des Deutschen Bundestages Drucksache (14/3126) die davon spricht: „Denkmäler der Schande und der Trauer, des Stolzes und der Freude sind notwendige Grundsteine des neuen Deutschland und der neuen Bundeshauptstadt.‘
    Und er sagt in seiner persönlichen Erklärung, das ist für mich das Entscheidende gegenüber allen Interessenträgern und Falschmünzern in der politischen Auseinandersetzung um Höcke und die AfD:
    „Das (sc.sein obiger Satz) heißt, ich habe den Holocaust, also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet. Und ich habe gesagt, dass wir Deutsche diesem auch heute noch unfassbaren Verbrechen, also dieser Schuld und der damit verbundenen Schande mitten in Berlin, ein Denkmal gesetzt haben.“

  4. Guten Abend,
    mit Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen, aber das mit dem Genitiv verstehe ich nicht so ganz.

    Beim Genetivus obiectivus ist das Genitiv-Wort, dass Ziel der Handlung.
    Beipspiele:
    das Geschenk der Schwester -> die Schwester wird beschenkt.
    der Bau des Hauses -> das Haus wird gebaut.
    Hier:
    ein Denkmal der Schade -> der Schande wird gedacht

    Beim Genitivus subiectivus ist das Genitiv-Wort die Quelle der Handlung.
    Beispiele:
    das Geschenk der Schwester -> die Schwester schenkt
    der Bau des Hauses -> das Haus baut ???? hat keinen Sinn. Das Haus kann mMn nicht Quelle sein.
    Hier: ein Denkmal der Schande -> die Schande gedenkt ???? hat ebenfalls keinen Sinn.
    Die Schande selbst kann nicht Quelle sein. Oder doch ?

    Auch wenn ich von Herrn Höcke selbst nichts halte, trotzdem oder gerade deswegen die Frage:
    Wie kommt man auf die Interpretation, dass das Denkmal ein Schande ist ? Zumal hier die Bezüge der Wörter im Kontex getauscht werden.

    Vielen Dank im Voraus.

    1. Hallo,
      die Sache mit dem Genitiv ist noch komplizierter, und jeweils entscheidet der Kontext. Es gäbe noch den genitivus partitivus (etwa Teil der Mannschaft), also das Denkmal als Teil der Schande. Oder den genitivus possesivus (etwa das Werkzeug des Schusters, also das Werkzeug gehört dem Schuster). Dann würde das Denkmal der Schande gehören. Wenn schließlich das Denkmal die deutsche Geschichte „mies und lächerlich“ macht, dann steht es nicht symbolisch für die Schande, sondern ist selbst eine. Es ist für Höcke eine Schande, die deutsche Geschichte nicht in den höchsten Tönen zu loben – und das Denkmal ist ein Teil dessen. In diesem Kontext könnten dann beide Varianten greifen, also partitivus oder possesivus. Wenn es, wie Höcke deutlich ausführt, schändlich ist, die deutsche Geschichte nicht ausschließlich wunderschön zu finden, dann kann es beides sein und bleibt sinngemäß als das stehen, was im Text argumentiert wird.
      Grüße

      1. Vielen Dank für die Antwort.
        Jetzt bin ich nur etwas Irritiert warum auf einmal genitivus partitivus bzw. genitivus possesivus herangezogen werden, wenn Zitat „Die Dudengrammatik kennt zwar noch einige weitere Deutungsvarianten für den Genitiv. Allerdings passt an dieser Stelle keine von ihnen.“ – keiner von den anderen hier passt. Nun doch ?

        Das Denkmal selbst kann keine Schade im Kontext sein. Das Denkmal steht eben symbolisch für die Schande (der Deutschen). Ist nicht gerade deswegen das Denkmal errichtet worden ? Werden Denkmäler nicht grundsätzlich als Symbole erichtet um an Taten, Geschehnisse, Ruhm, Makel, Schrecken, Schande etc. zu erinnern ?
        Das Denkmal macht einen „mies und lächerlich“. Die Schande, für die das Denkmal symbolisch steht, macht einen „mies und lächerlich“. Ja eben.
        Wenn man jemanden „mies und lächerlich“ macht, kehrt man seine negativen Seiten, seine Schwächen, seine Schand(tat)en (und die dazugehörigen Denkmäler) etc. hervor. Man wird auf das „Negativ“ reduziert. Oder sehen Sie das anders ?

        Für mich ist einzig die Verwendung des Wortes anstatt im nachfolgenden Satz fraglich, da es im Nachfolgenden nicht relativiert wird. Dies impliziertt das Ersetzen des Negativen durch das Positive und damit verbunden das Ausblenden des Negativen. Was falsch wäre.

        Danke vorab.

      2. Höcke hat leider nicht dazugesagt, welche Genitiv-Version er meint und wie er verstanden werden will. Aber Sie sagen es selbst: Wenn die Erinnerung an den industriellen Massenmord der Deutschen uns „mies und lächerlich“ macht, reicht dies zur geschichtsrevisionistischen Deutung von Höckes Aussagen völlig. Genauso meint er das, und genau das ist der Skandal. Das ist schon deshalb klar, weil es Höcke allein ist, der etwas hervorkehrt. An diesem Punkt liegen Sie falsch, nicht das Denkmal kehrt etwas hervor, es ist einfach da. Höcke stellt heraus, dass es er es als Schande empfindet. Und genau darin ist er Nazi.

      3. Ich bin beileibe kein Höckefreund, aber du, rf, hast deinen McCarthy (Kommunistenjäger in den 50ern) beleibe gelesen.

        Höcke hat gesagt was er gesagt hat, wenn du jetzt 100 verschiedene Genitive bemühst, um ihn umzuinterpretieren, bist du Teil der Lügenpresse.

        „Ich habe eine rotes Auto“ ——> Sehr her, er hat „rot“ gesagt, das alte Kommunistensch…dann muss er den Anschlag auch durchgeführt haben…selbe Logik

  5. Ich war bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges sieben Jahre alt, ich kann mich erinnern an die Sirenen, den Keller, in dem wir hockten bei Bombenangriffen, in dem wir aßen und schliefen wenn es sein musste, ist mir gut in Erinnerung. Die Nachkriegsjahre danach waren furchtbar für mich. Ich hatte immer Hunger. Wir waren vier Kinder, der Vater nicht wiedergekommen. Volljährig war ich 1956. Und trotzdem muss ich mit dem ewigen Schuldbewusstsein, eine Deutsche zu sein, herumlaufen? Wird der letzte Deutsche, der irgendwann auf allen Vieren hier auf Erden herumkreucht, immer noch auf seinem Buckel diese Schuld tragen müssen? Deutsche, warum streitet Ihr Euch?

    1. Frau Hesse, die Idee dessen, was es heißt, „deutsch“ zu sein, war und ist nicht unschuldig. Völkisches Nationalbewusstsein, Phantasien von der Herrenrasse etc. Darum geht es. Nicht um Ihre Schuld an irgendetwas. Es wäre Zeit, die alten Macken vom Deutschsein zu den Akten zu legen, um stattdessen in einer aufgeklärten Welt zu landen. Und Höcke hat das Gegenteil vor.

      1. Sogar meine 13jährige Tochter hat das bereits verstanden, und für die ist Nationalsozialismus in der Schule noch gar kein Thema (sie ist allerdings mit grosser Begeisterung in den Anne Frank Film gegangen und liest gerade das Buch). Es geht nicht um Schuld. Es geht um die Verantwortung Faschismus, Verachtung, Unterdrückung (und letzten Endes Ermordung!) von Minderheiten, Kriegstreiberei und Angriffskriege nie wieder zuzulassen. Einen Schuldkomplex habe ich nicht, aber die Verantwortung lastet für mich auf allen Deutschen.

  6. Vielen Dank für die grammatikalische Klarstellung und den Hinweis, dass zu jedem Zitat, aber insbesondere beim Genetiv, die Untersuchung des Kontext unerlässlich ist. Was mir bei der ganzen Diskussion am meisten aufstößt (neben der Tatsache das über 95% der Rede, die den Kontext wohl eindeutig herstellen, nicht berichtet wird) ist dass unvollständig zitiert wird. Im Wortlaut, der leicht z.B. beim Tagesspiegel nachzulesen ist, lautet der fragliche Satz nämlich:
    „Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“.
    Was gekürzt wird ist der „kleine“ eingeschobene Satz über „euch Patrioten“. Damit ist wohl jegliche Mißverständlichkeit ausgeräumt.

  7. Jetzt verstehe ich endlich was es mit „postfaktisch“ und „populistisch“ auf sich hat.
    Danke für die Nachhilfe! Martin Schulz hat das heute in seiner Rede mit dem Ausdruck „Schandmal“ rezitiert. So funktioniert Politik und so funktionieren ihre verlogenen Vertreter. Und dann denken diese Dummköpfe man merkt es nicht und sind entsetzt, dass die Menschen plötzlich trotzdem die so sorgsam schlecht geredete AFD wählen.
    So sehr ich Martin Schulz bisher geschätzt habe und auch von der AFD keineswegs angetan bin, so wird sich die SPD seit Schröder auch mit Schulz weiter als Veräterpartei in die politische Bedeutungslosigkeit manövrieren. Kapiert ihr’s denn um’s verrecken nicht ??? IHR und Merkel seid die, die AFD aus der Taufe gehoben habt. Die AFD ist EURE Schande, NICHT unsere!!!

    1. Ich wüsste wirklich gerne, wo das im Text zu finden ist. Die Kompetenz, am Text zu bleiben und damit irgendwie zu arbeiten (ggf. Gegenargumente zu finden), leidet dieser Tage bedenklich.

  8. [* Shield plugin marked this comment as „trash“. Reason: Failed GASP Bot Filter Test (comment token failure) *]
    So ein Schwachsinn! Also mal ganz davon abgesehen das Höcke in unzähligen anderen Reden bereits die Taten der Nazizeit verurteilt hat und als schändlich und verachtungswürdig etc. Bezeichnet hat, sind mir die hier angeführten „Begründungen“ absolut nicht schlüssig. Ich bin zwar, genauso wie Björn Höcke und 90% aller anderen Politiker kein Linguistik Experte, aber wenn ich „ein Denkmal der Schande“( sprich es ist teil einer Schande, zugehörig zu einer schande, wenn sich 2 Nomen hintereinander befinden bezieht sich das erste doch immer auf das zweite und nicht umgekehrt im lateinischen würde man das Verbindungswort ad benutzen) höre, dann weiß doch jeder sofort was gemeint ist. Das Denkmal ist der Schande und nicht „es ist ein schändliches Denkmal“. Wie auch inner was stimmt ist man sollte auf den Kontext achten und wer sich die Rede ganz anhört der Weis sowieso wie er das gemeint hat (;

    1. Das stimmt nicht. Schauen Sie in den Duden bzw. in die Dudengrammatik. Dort erfahren Sie, was ein Genitiv so alles kann. Hier geht es um die beiden Typen genitivus objectivus und genitivus subjectivus. Sie verstehen den Genitiv nur als eine Version, eine Teilmenge auszudrücken. Und selbst dann wäre es andersherum. „Ein Teil der Mannschaft“, also die größere Menge hinten. Dann wäre das Denkmal eine Teilmenge der Schande. Eher nicht, das sehen Sie auch.

  9. Frau Gernbauer hat Recht, Und Höcke hat eindeutig klargestellt, dass er den Holocaust als Schande bezeichnet hat und nicht das Mahnmal oder das Gedenken selbst. Und wenn hier Grammatik-Experten und Wortverdreher etwas anderes herauslesen wollen, dann nur weil ihre eingleisigen Gehirne nicht anderes verstehen wollen.

    1. Ach so. Sie wollen den Text nicht verstehen und fühlen sich sehr wohl im Kontrafaktischen. Dort können Sie einfach alles behaupten. Aber machen Sie ruhig. Bei Höcke und seiner Rede in Dresden ist die Sache eindeutig.

  10. Das hat schon der Brite Neil MacGregor, der Intendant des Humboldt-Forums geschrieben. Er war, so viel ich las, der Wunschkandidat von Frau Merkel. Er schrieb, er kenne kein anderes Land, das sich mitten in seine Hauptstadt ein Mahnmal der eigenen Schande setze. Auch Augstein und Martin Walser sagten dies sinngemäß. Keineswegs bin ich ein Freund von Höcke. Diese künstliche Aufgeregtheit und dieses mit zweierlei Maß messen, hat Methode.

    1. Frau Gernbauer, Sie haben den Text nicht gelesen oder nicht verstanden, sorry. Höcke meint gerade nicht „ein Mahnmal der eigenen Schande“. Genau darum geht es doch. Er meint, das Denkmal macht Deutschland lächerlich und sei daher eine Schande. Sie erkennen den himmelweiten Unterschied nicht?

    2. @Maria Gernbauer, lesen Sie doch bitte den Artikel noch einmal durch…

      Darin heißt es explizit, dass der Kontext zu beachten ist.

      „ein Mahnmal der eigenen Schande“ ist nicht gleichzusetzen mit dem _schändlichen Denkmal_ wie es Höckes Aussage zufolge einzuordnen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.